Klassengemeinschaft und Klassenklima stärken

Grundschulkinder mit Lehrerin

Du möchtest die Klassengemeinschaft und das Klasseklima bei deinen Schülerinnen und Schülern stärken? Hier erfährst du, wie du mit ritualisierten Abläufen, spielerischen Übungen, kooperativen Lernformen sowie Paar- und Gruppenaktivitäten die Schülerinnen und Schüler fördern kannst. Tauche ein in die Welt des gemeinsamen Lernens und entdecke, wie wichtig es ist, miteinander zu wachsen und sich gegenseitig zu stärken. Lass uns gemeinsam das Klassenzimmer in einen Ort der Freude und des Lernens verwandeln!

Was versteht man unter Klassenklima und Klassengemeinschaft?

Definition Klassenklima

Nach Bülter und Meyer (2004) basiert ein gutes Klassenklima auf den drei Grundlagen Selbstfürsorge, wechselseitigem Respekt und Kooperationsbereitschaft. Die Selbstfürsorge meint, dass Lehrkräfte auch auf sich selbst achten und sich vom oft herausfordernden Schulalltag erholen müssen. Zudem sollten sie ihr Verhalten reflektieren, aber sich auch selbst vergeben können. Bezogen auf den wechselseitigen Respekt, ist es wichtig, dass die Lehrkraft ihre Schülerinnen und Schüler respektiert und achtet. Hierbei spielt Empathie eine zentrale Rolle. Nur so kann die Lehrerin/der Lehrer auch Respekt von ihren Schülerinnen und Schülern erwarten. Hinsichtlich der Kooperationsbereitschaft ist es essenziell für Lehrkräfte, von anderen Lehrkräften und ihren Klassen zu lernen und Feedback anzunehmen. (Vgl. Schmoll 2023, S. 10f)

Auf Basis der drei Grundlagen Selbstfürsorge, wechselseitiger Respekt und Kooperationsbereitschaft kann ein gutes Klassenklima durch die folgenden sieben Merkmale charakterisiert werden:

  • Vertrauen
  • Regeln
  • Verantwortung
  • Gerechtigkeit
  • Fürsorge
  • Begeisterung
  • Humor

Nur durch Vertrauen können Lehrkräfte eine echte Beziehung zu ihren Schülerinnen und Schülern aufbauen. Strukturen, Regeln und Rituale sind wichtig für Kinder und Jugendliche. Im besten Fall übernehmen Schülerinnen und Schüler selbst Verantwortung für ihr Lernen und für die Zusammenarbeit in der Klasse. Gerechtigkeit ist ein zentrales Merkmal eines guten Klassenklimas. Alle Klassenmitglieder haben bestimmte Rechte, beispielsweise das Recht, in Ruhe zu lernen. Die Lehrkraft nimmt dabei eine besonders wichtige Rolle ein, da sie in vielen Bereichen – z.B. bei der Notenvergabe oder bei Regelverstößen – gerecht handeln sollte. Bezüglich der Fürsorge sollte die Lehrkraft alle ihre Schülerinnen und Schüler bedingungslos wertschätzen. Dies ist essenziell für ein positives Klassenklima. Wenn Lehrkräfte ihre Klasse begeistern, dann wirkt sich das sehr positiv auf das Klassenklima aus und auch auf den Lernerfolg. (Vgl. Schmoll 2023, S. 10f)

 

Definition Klassengemeinschaft

Eine gut funktionierende Klassengemeinschaft zeichnet sich dadurch aus, dass alle Kinder miteinbezogen werden, alle akzeptiert werden, alle aktiv am Schulalltag teilhaben und sich die Interaktionen und Beziehungen zwischen den Schülerinnen und Schülern überwiegend positiv gestalten. Des Weiteren führt eine gute Klassengemeinschaft dazu, dass die Kinder besser lernen können und sich in der Schule wohler fühlen. (Vgl. Dr. Schürer / Prof. van Ophuysen / Marticke 2022, S. 4-12)

 

Bedeutung von Klassenklima und Klassengemeinschaft:

Die Kraft einer starken Klassengemeinschaft zeigt sich in den kleinen Gesten des Alltags, wenn Schülerinnen und Schüler einander unterstützen und ermutigen. Durch gezielte Rituale kannst du das Wir-Gefühl fördern und das Vertrauen untereinander stärken. Nutze kreative Ideen, um das Klassenklima positiv zu beeinflussen – sei es durch gemeinsame Spiele oder soziale Übungen im Unterricht. Kinder lernen nicht nur voneinander, sondern auch miteinander, wenn sie sich als Teil einer harmonischen Klasse fühlen. Gib Raum für offene Kommunikation und achte auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Kindes. Denn nur in einem unterstützenden Umfeld können Kinder ihr volles Potenzial entfalten und gemeinsam wachsen.

Dr. Lars Schmoll – Gymnasiallehrer in NRW und scolix-Autor – hebt hervor: „Von gutem Klassenklima profitieren Schülerinnen und Schüler ebenso wie Lehrkräfte. Ein guter Grund, sich darum zu kümmern. Die schulische Arbeit ist für viele Lehrkräfte in den letzten Jahren schwieriger geworden. Heterogenität, Sprachbarrieren, psychische Auffälligkeit oder Gewalt haben zugenommen. Umso wichtiger erscheint mir ein gutes Klassenklima. Für die Heranwachsenden sind die positiven Effekte unfassbar hoch, wenn sie sich in ihrer Klasse wohl und sicher fühlen und diese als Gemeinschaft begreifen.“

 

Klassenzusammenhalt

 

Warum sind ein positives Klassenklima und eine starke Klassengemeinschaft wichtig?

  • Besseres Wohlbefinden und höherer Lernerfolg: Ein wertschätzendes Miteinander in der Klasse ist entscheidend für das Wohlbefinden und den Lernerfolg jedes einzelnen Kindes.
  • Gesteigerte Motivation: Durch ein positives Klassenklima fühlen sich die Kinder nicht nur sicherer, sondern sind auch motivierter, aktiv am Unterricht teilzunehmen.
  • Soziale Beziehungen: Eine starke Klassengemeinschaft fördert zudem das soziale Lernen und stärkt die Bindungen zwischen den Schülerinnen und Schülern.
  • Entwicklung wichtiger Fähigkeiten: Kinder lernen voneinander, unterstützen sich gegenseitig und entwickeln wichtige Fähigkeiten wie Empathie und Teamwork. Rituale, Spiele und Übungen können dabei helfen, das Wir-Gefühl zu stärken und das Vertrauen untereinander zu festigen.
  • Persönliche Entwicklung: Indem man das Klassenklima gezielt positiv gestaltet, schafft man eine Umgebung, in der jede Schülerin / jeder Schüler sich optimal weiterentwickeln kann.

 

Negatives Klassenklima und seine Auswirkungen

„Leider ist ein gutes Klassenklima keineswegs selbstverständlich und viele Heranwachsende sehen den Schulbeginn nach den Ferien oder dem Wochenende mit Sorge oder gar Ängsten entgegen. Das Ausgrenzen einzelner Schülerinnen und Schüler oder Konflikte zwischen einzelnen Cliquen in der Klasse sind an den Schulen leider an der Tagesordnung. Dass in einem solchen Klima kein entspanntes Lernen stattfinden kann, bedarf keiner Erwähnung. Schlimmer noch, Opfern von Mobbing drohen ernste gesundheitliche Probleme.“, betont Dr. Lars Schmoll (Gymnasiallehrer in NRW).

Ein Kind, das sich in einer negativen Klassengemeinschaft befindet, kann stark darunter leiden. Mobbing, Ausgrenzung oder fehlende Wertschätzung können das Lernklima vergiften und das Selbstbewusstsein eines Kindes beeinträchtigen. Vorurteile sind ein Hauptgrund dafür, dass Kinder ausgegrenzt werden oder Ablehnung erfahren. (Vgl. Dr. Schürer / Prof. van Ophuysen / Marticke 2022, S. 13-16) Solche Bedingungen wirken sich nicht nur auf die betroffenen Schülerinnen und Schüler aus, sondern beeinflussen auch die Lehr- und Lernatmosphäre für die gesamte Klasse. „Zugleich stellt ein gutes Klassenklima einen zentralen Aspekt der Gesunderhaltung der Lehrkräfte dar, denn Störungen in der Schulklasse sind einer der wesentlichen Stressoren unseres anspruchsvollen Berufes.“, erklärt Dr. Lars Schmoll.

Negative Emotionen bremsen den Lernprozess und machen es schwieriger, Vertrauen aufzubauen und miteinander zu lernen. Daher ist es entscheidend, frühzeitig gegenzusteuern und ein Bewusstsein für ein respektvolles Miteinander zu schaffen. Durch gezielte Maßnahmen zur Stärkung des Klassenklimas können negative Auswirkungen abgemildert und eine positive Atmosphäre gefördert werden. Indem wir gemeinsam an einem harmonischen Klassenumfeld arbeiten, legen wir den Grundstein für motiviertes Lernen und persönliches Wachstum jedes Einzelnen.

 

Gutes Klassenklima erreichen

 

Checkliste für gutes Klassenklima

Die folgenden Fragen basieren auf Helmke (2017) und Bülter & Meyer (2004). Sie helfen dir immer wieder, den eigenen Unterricht und das eigene Handeln zu evaluieren:

Ist es in meinem Unterricht normal, dass Fehler gemacht werden? Wird niemand dafür abgewertet, einen Fehler zu machen? Vertrete ich als Lehrkraft die Überzeugung, dass der Fehler unser Freund ist?

Ist die Atmosphäre entspannt und wird regelmäßig gelacht, aber niemand ausgelacht?

Wissen alle Schülerinnen und Schüler, dass sie Ideen und Wünsche einbringen können, auch wenn diese abwegig sind?

Wirke ich möglichen Ängsten aktiv entgegen? Schaffe ich Transparenz bei den Erwartungen und spreche Ängste offen an?

Ist das Unterrichtstempo angemessen? Warte ich in Unterrichtsgesprächen und ermutige auch stillere Schülerinnen und Schüler?

Haben die Schülerinnen und Schüler Vertrauen zu mir?

Gelten klare Regeln und Routinen? Haben wir diese Regeln in der Klasse gemeinsam festgelegt und uns auf Sanktionen verständigt, falls jemand gegen Regeln verstoßen sollte?

Übernehmen die Heranwachsenden so viel Verantwortung wie möglich für den Lernprozess und die Interaktion untereinander?

Werden die Schülerinnen und Schüler immer gerecht behandelt? Begründe ich dazu Entscheidungen deutlich, etwa bei Sanktionen oder der Leistungsbeurteilung?

Werden alle Schülerinnen und Schüler gleichbehandelt?

Versuche ich meine Begeisterung für den Unterrichtsinhalt und das Unterrichten möglichst häufig deutlich zu machen?

Ich bin überzeugt: Es lohnt sich, in die Optimierung des Klassenklimas zu investieren. Denn im Grunde ist es gar nicht schwer, ein gutes Klassenklima zu erreichen und zu pflegen.

 

Buch Wir werden eine Klasse

 

Aktivitäten zur Stärkung der Klassengemeinschaft:

Für eine lebendige Klassengemeinschaft sind kreative Aktivitäten unverzichtbar. Sie bringen Spaß, fördern das Miteinander und stärken das Wir-Gefühl in der Klasse. Zudem kann so die Freude am Lernen gesteigert werden.

1. Rituale

Rituale wie das gemeinsame Begrüßen am Anfang des Unterrichts oder regelmäßige Spiele und Übungen schaffen Vertrauen und Zusammenhalt.

2. Wertschätzung zeigen

„Deine Rolle als Lehrkraft muss von bedingungsloser Wertschätzung geprägt sein, die vor allem in Konfliktsituationen das Wohl des Kindes immer ins Zentrum deines Denkens und Handelns stellt. Dazu gehört auch, dass Ausgrenzungen und Gewalthandlungen mit allen Möglichkeiten konsequent entgegengewirkt werden.“, erläutert Dr. Lars Schmoll. Zudem solltest du es deinen Schülerinnen und Schülern ermöglichen, ihre eigenen Ideen einzubringen und sich aktiv am Unterricht zu beteiligen.

3. Kooperatives Lernen

Es ist davon auszugehen, dass die gesamte Klasse einen Einfluss auf den Zusammenhalt hat und auch auf die soziale Einbindung einzelner Kinder. Mithilfe verschiedener Maßnahmen zur Teamentwicklung, kann der Klassenzusammenhalt gestärkt werden. Die Methode des kooperativen Lernens kann Vorurteile abbauen und die Klassengemeinschaft verbessern. Gruppenarbeit mit kooperativen Zielen führt vor allem dann zu besseren Beziehungen zwischen den Schülerinnen und Schülern, wenn die Zusammenarbeit auf gegenseitige Unterstützung und das Teilen von Ressourcen und Informationen ausgerichtet ist. Hierbei ist es wichtig, kooperative Lernformen regelmäßig in den Unterricht zu integrieren. (Vgl. Dr. Schürer / Prof. van Ophuysen / Marticke 2022, S. 13-16)

4. Soziale Aktivitäten auf Gruppenebene, soziales Engagement und gemeinsame Ausflüge

Außerhalb des Unterrichts tragen gemeinschaftliche Aktivitäten – die identitätsstiftend sind und Freude bereiten – in kleinen Gruppen oder mit der ganzen Klasse zur Stärkung des Zusammenhalts bei. Der Sportunterricht eignet sich hierfür besonders gut. Kurze Spiele, die Kleingruppen oder die Klasse als Ganzes integrieren, verfolgen dabei motorische Ziele, aber legen den Schwerpunkt auch auf Kooperation und gegenseitige Achtsamkeit. (Vgl. Dr. Schürer / Prof. van Ophuysen / Marticke 2022, S. 33)

Durch soziale Projekte oder gemeinsame Unternehmungen außerhalb des Unterrichts, lernen sich die Kinder besser kennen und bauen engere Beziehungen auf. Zudem können Sportveranstaltungen, z.B. ein Fußball- oder Handballturnier, den Teamgeist der Klasse fördern.

5. Optimales Umfeld schaffen

Die Klassengemeinschaft zu stärken bedeutet auch, Raum für individuelle Bedürfnisse zu schaffen und ein Umfeld zu kreieren, in dem jedes Kind sich akzeptiert fühlt.

 

Tipps für ein positives Klassenklima im Schulalltag:

„Es gilt heute viel stärker als noch vor einigen Jahren, durch konsequentes und klares Handeln ein gutes Klassenklima zu schaffen. Dabei musst du als Lehrkraft selbst entscheiden, wieviel Führung in deinen Klassen notwendig und wieviel Partizipation möglich ist.“, erklärt Dr. Lars Schmoll.

Ein lernförderliches Klassenklima schafft eine Atmosphäre, in der Lernen leichter fällt und jedes Kind sein Potenzial entfalten kann. Entdecke einige hilfreiche Tipps.

 

Tipp 1: Schaffe eine positive Lernumgebung!

„Die Gestaltung einer positiven Lernumgebung mit klaren Regeln und im Idealfall abgestimmten transparenten Sanktionsmaßnahmen sind der Schlüssel einer guten Zusammenarbeit. Dies sollte in einer gemeinsamen Kultur geschehen, die von Anerkennung und regelmäßigem konstruktiven Feedback geprägt ist. Auch proaktive Maßnahmen zur Teamentwicklung können einen wichtigen Beitrag leisten.“, hebt Dr. Lars Schmoll hervor.

Tipp 2: Respektvolle und offene Kommunikation

Klare und offene Kommunikation bildet das Fundament einer starken Klassengemeinschaft. Indem du aktiv zuhörst und die Meinungen deiner Schülerinnen und Schüler wertschätzt, schaffst du eine Atmosphäre des Vertrauens und der Verbundenheit. Auch das gemeinsame Lösen von Konflikten durch konstruktive Gespräche stärkt das Wir-Gefühl in der Klasse nachhaltig. Durch regelmäßigen Austausch können Missverständnisse vermieden und ein respektvoller Umgang miteinander gefördert werden.

Tipp 3: Teamentwicklung vorantreiben

Teamentwicklungsmaßnahmen zielen darauf ab, den Gruppenzusammenhalt zu fördern. Im Schulalltag kannst du verschiedene Maßnahmen umsetzen, um den Zusammenhalt in deiner Klasse zu steigern. Gemeinsame Ziele der gesamten Klasse sind dabei sehr wichtig. (Vgl. Dr. Schürer / Prof. van Ophuysen / Marticke 2022, S. 18f) In unserem Programm „Starke Klasse! – Das Komplettpaket“ findest du abwechslungsreiche Paar- und Gruppenaktivitäten, mit denen du deine Grundschulklasse zu einer starken Gemeinschaft entwickeln kannst.

Tipp 4: Konflikte konstruktiv lösen

Unterstütze deine Schülerinnen und Schüler dabei, Konflikte konstruktiv zu lösen und einander besser zu verstehen.

Tipp 5: Offene Feedback-Kultur

Um ein gutes Klassenklima zu erreichen, ist es sehr wichtig, über den Unterricht und die Zusammenarbeit mit der Klasse zu sprechen. Du als Lehrkraft solltest dafür eine Rückmeldung bei deinen Schülerinnen und Schülern einholen, beispielsweise in Form eines Fragebogens. Anschließend teilst du die Ergebnisse des Fragebogens mit deiner Klasse und ihr tauscht euch alle gegenseitig darüber aus.

Das Stimmungsbarometer bietet eine tolle Möglichkeit für Feedback. Am Anfang eines Schultages können sich die Schülerinnen und Schüler beispielsweise mit einer Wäscheklammer (beschriftet mit ihrem Namen) auf dem Barometer verorten. Du als Lehrkraft sieht so, wie wohl sich die Kinder an diesem Tag fühlen. Bei Kindern, die sich eher negativ einordnen, kannst du anschließend nachfragen und unterstützen. (Vgl. Schmoll 2023, S. 40-43)

 

Spiele und Übungen zur Förderung des Wir-Gefühls in der Klasse:

Mit kreativen Spielen und interaktiven Übungen kannst du das Wir-Gefühl in deiner Klasse stärken. Rituale wie der gemeinsame Morgenkreis, Kartenspiele oder Teamspiele fördern das Zusammengehörigkeitsgefühl der Schülerinnen und Schüler. Durch Kooperationsaufgaben lernen sie, miteinander zu arbeiten und sich gegenseitig zu unterstützen. Spiele, die den Fokus auf Teamwork legen, helfen dabei, Vertrauen aufzubauen und die sozialen Bindungen innerhalb der Gruppe zu festigen. Nutze auch Übungen zur Förderung von Empathie und Verständnis füreinander. Indem du spielerisch das Miteinander stärkst, schaffst du eine positive Atmosphäre im Unterricht und förderst ein harmonisches Klassenklima. Ermutige die Kinder, sich aktiv einzubringen und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten - so werden sie nicht nur als Klasse wachsen, sondern auch individuell davon profitieren.

In unserem Programm „Starke Klasse! – Das Komplettpaket“ zur Stärkung des Klassenzusammenhalts findest du vielfältige Partner- und Gruppenaktivitäten, mit denen der Zusammenhalt, das Klassenklima und die Sozialkompetenz gefördert werden können. Die Umsetzung der vielfältigen Aktivitäten trägt dazu bei, deine Klasse als Ganzes zu stärken. Um das soziale Miteinander zu fördern, kann beispielweise die Aktivitätskarte „Anderen eine Freude bereiten“ eingesetzt werden. Hierbei wird jedem Kind eine Partnerin / ein Partner zugeteilt und die Kinder überlegen sich, wie sie ihrem Partnerkind am Wochenende eine Freude bereiten können.

 

Partneraktivität zur Stärkung des Klassenzusammenhalts

Abb. 1: Aktivitätskarte „Anderen eine Freude bereiten“ (Dr. Schürer / Prof. van Ophuysen / Marticke 2022, S. 129)

Mentorenprogramme und Patenschaften: Unterstützung durch ältere Schülerinnen und Schüler

In der Förderung einer starken Klassengemeinschaft spielen Mentorenprogramme und Patenschaften eine entscheidende Rolle. Ältere Schülerinnen und Schüler können als Vorbilder agieren und den jüngeren Mitschülerinnen und Mitschülern wichtige Unterstützung bieten. Durch diese Beziehungen entsteht nicht nur ein Gefühl von Zusammenhalt, sondern auch eine Verbindung zwischen den verschiedenen Jahrgängen. Die älteren Schülerinnen und Schüler können wertvolle Ratschläge geben, bei Problemen helfen und so das Vertrauen in der Klasse nachhaltig stärken. Diese Form der sozialen Interaktion fördert nicht nur das Wir-Gefühl, sondern ermöglicht es den Kindern und Jugendlichen auch voneinander zu lernen. Mentorenprogramme schaffen somit eine Atmosphäre des Miteinanders, in der sich alle Schülerinnen und Schüler wohlfühlen und gemeinsam das Klassenklima positiv beeinflussen können.

 

Praxiserprobte Materialien für die Grundschule und die Sekundarstufe:

Bei uns findest du praxiserprobte Materialien für die Grundschule und die Sekundarstufe, die dich dabei unterstützen, die Sozialkompetenz deiner Schülerinnen und Schüler zu fördern, die Klassengemeinschaft zu stärken und ein positives Klassenklima zu erreichen. Zudem helfen dir unsere Ratgeber mit wertvollen Tipps und praktischen Anleitungen dabei, die vielfältigen Herausforderungen zu meistern:

  • souverän auf Unterrichtsstörungen zu reagieren,
  • deine Klasse zu einer starken Gemeinschaft zu entwickeln
  • und ein erfolgreiches Lernumfeld zu schaffen, in dem alle Schülerinnen und Schüler ihre Potenziale entfalten können.

 

Fazit: Eine starke Klassengemeinschaft – gemeinsam unschlagbar!

In einer starken Klassengemeinschaft können die Schülerinnen und Schüler wahre Wunder bewirken. Indem sie sich gegenseitig unterstützen, Ideen teilen und gemeinsam lernen, wird nicht nur das Klassenklima positiv beeinflusst, sondern auch jeder Einzelne gestärkt. Rituale, Spiele und kooperative Lernformen fördern das Miteinander und schaffen eine Atmosphäre des Vertrauens. Durch gezielte Übungen im Unterricht können soziale Kompetenzen verbessert werden, was wiederum das Wir-Gefühl in der Klasse stärkt. Es ist wichtig zu erkennen, dass jedes Kind einen Beitrag zur Stärkung der Klassengemeinschaft leisten kann. Durch Mentorenprogramme und Patenschaften älterer Schülerinnen und Schüler können jüngere Mitschülerinnen und Mitschüler zusätzlich unterstützt werden. Eine positive Dynamik entsteht, wenn alle an einem Strang ziehen und gemeinsam für ein harmonisches Klassenklima sorgen.

 

Literatur

Bülter, H. & Meyer, H. (2004): Was ist lernförderliches Klima? Voraussetzungen und Wirkungen, In: Pädagogik 11/2004, S. 31–36.

Helmke, A. (2017): Unterrichtsqualität und Lehrerprofessionalität. Diagnose, Evaluation und Verbesserung des Unterrichts, Seelze: Klett.

Scholl, L. (2023): Wir werden eine Klasse! Mit gutem Klassenklima im Schulalltag gemeinsam mehr erreichen, Hamburg: scolix.

Dr. Schürer, S. / Prof. van Ophuysen, S. / Marticke, S. (2022): Starke Klasse! – Das Komplettpaket. Ein Programm zur Stärkung des Klassenzusammenhalts mit Praxisratgeber und Aktivitätskartenset, Hamburg: scolix.

 

Dr. Lars Schmoll

ist seit 1999 Lehrer an einem Gymnasium in Nordrhein-Westfalen. Er bildet seit 2010 im Fach- und Kernseminar angehende Lehrkräfte aus. Als zertifizierter Coach arbeitet er nebenberuflich seit vielen Jahren in der Schulberatung. Weitere Arbeitsschwerpunkte sind unter anderem Klassenführung, Lernen mit digitalen Instrumenten und Motivation.

 

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