Förderung von Basiskompetenzen in der Grundschule

4 Hits der Lese- und Rechtschreibförderung

Junge schreibt in ein Buch

Welche Methoden und Aufgabenformate sind wirksam und zugleich motivierend? Wir stellen dir vier unserer Favoriten vor.

Lese-Mal-Bilder

Dieses Format bietet sich schon für die Jüngsten an: Sie erlesen kurze Sätze und malen entsprechend. Einfacher ist es, wenn sie nur passend ausmalen müssen, etwas anspruchsvoller und kreativer wird es, wenn sie selbst malen, was sie erlesen haben. Du kannst die Aufgabe noch weiter ergänzen, indem deine Schülerinnen und Schüler, z. B. zum Schluss die Namen passend zuordnen und aufschreiben müssen.

 

Lesemalbild Fruehling

 

Das Lese-Mal-Bild "Frühling" stammt aus unserem Buch "Lesespaß in der Grundschule: Klasse 1-2".

 

Buch Lesespass in der Grundschule

 

Rechtschreibgespräche

 

Rechtschreibgespraeche

Rechtschreibgespräche dienen dazu, wiederkehrende Strukturen der Schrift anhand von Wörtern, Formulierungen und Sätzen zunächst zu entdecken und zu begreifen. Im nächsten Schritt werden sie genutzt, um die richtige Schreibung zu erklären. In Rechtschreibgesprächen können sich alle Kinder mit ihrem individuellen Wissen und Können einbringen. In diesem Format ist es produktiv, wenn die Lernenden heterogene Lernvoraussetzungen mitbringen.

Du arbeitest am besten mit Wörtern und Sätzen, die aus eigenen Texten deiner Schülerinnen und Schüler stammen, denn die sprechen sie besonders an. Mit diesem Material erarbeitet ihr exemplarisch Strategien und Regeln, wendet sie an und reflektiert sie. Falls deine Schule mit einem verbindlichen Grundwortschatz arbeitet, solltest du ihn bei deiner Wortauswahl berücksichtigen.

TIPP

Lass die Lernenden eigene Vorschläge für Wörter, Formulierungen und Sätze machen.

Logicals

Die meisten Schülerinnen und Schüler lieben Knobeleien. Dafür erlesen sie sich Hinweise aus kurzen Texten und kommen durch Anmalen, Zeichnen, das Legen von Kärtchen in Tabellen oder das schriftliche Ausfüllen von Tabellen zu ihrer Lösung.
Am besten arbeitest du mit differenzierten Angeboten: Die einfachsten Texte beinhalten kürzere Sätze und sind linear aufgebaut, während die schwierigeren Texte etwas länger sind, Verneinungen beinhalten und die Informationen nicht in der richtigen Reihenfolge anbieten. Auf diese Weise können alle Lernenden Logicals auf ihrem Niveau bearbeiten und sich nach und nach steigern.

Wichtig für die Motivation: Wähle Themen, die deine Lernenden interessieren, sodass es nie langweilig wird.

 

Logicals zum Anmalen

 

Dreifach differenzierte Logicals zum Lauschen, Anmalen, Legen und Ausfüllen sind in unserem Buch "Logicals für die Grundschule - Klasse 3/4" enthalten.

 

Buch Logicals für die Grundschule

 

Lesespurgeschichten

Lesespurgeschichten sind eine tolle Methode, um die Motivation und das genaue Lesen zu fördern. Sie sind eine Art Schnitzeljagd: Beim Lesen der Textabschnitte schauen sich die Kinder ein Wimmelbild zur Lesespur an, finden das passende Bild und tragen den danebenstehenden Buchstaben in ihre Lösungskarte ein. Am Ende ergibt sich ein Lösungswort. Diese Methode kannst du zum Lesetraining im Deutschunterricht anbieten, in der Freiarbeit, im Wochenplan, aber auch im Förderunterricht. Die Leseübung "Familie Marsmonster" findest du in unserem Buch "Lesespurgeschichten: Die Monster sind los!".

 

Leseuebung Familie Marsmonster

 

Entdecke unsere motivierenden Lesespurgeschichten:

 

* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt. zzgl. Versandkosten (entfallen bei Downloads).

 

Unsere Tipps zum Weiterlesen:

Interview zum Thema FRESCH   Lieblingsmethode Lapbook   20 Jahre FRESCH bei scolix


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5 Fragen an unseren scolix-Autor Helmut Dahmer zu den Themen Leseförderung und Lesepatinnen & Lesepaten

Frau liest mit Kind ein Buch

1. Wie kann man Kinder für das Lesen begeistern?

Helmut Dahmer: Die Samen für die Lesebegeisterung werden in der frühesten Lebensphase mit der Weckung der Freude an Buch und Bild gelegt. Wo dieser erste Kontakt nicht ausreichend stattfindet, werden bereits Lesebarrieren aufgebaut, die dem späteren Leselernprozess im Wege stehen.

Eltern und Kindergärten sind die Träger der frühkindlichen, vorschulischen Leseförderung. In Elternhäusern mit einer Lesekultur findet diese gemeinsame Hinwendung zum Buch in vielen Formen statt. Besonders wichtig ist die sprachbildende Kraft des Vorlesens, das den Kindern das Tor zur Sprache, den Zugang zum Buch und den Blick in die Welt öffnet. Durch das Vorlesen wächst in den Kindern der Wunsch, selbst lesen zu können.

Mit dem Beginn der Schule übernimmt diese die Hauptverantwortung für die Literalisierung der Kinder. Lesefreude kann bei den Kindern nur dann entstehen, wenn der Erwerb der Erstlesefähigkeit bis zum Ende der 2. Klasse erfolgreich abgeschlossen wird. Seit Jahren zeigen die Lesetests für die 4. Klassen, dass dies nicht ausreichend gelingt: 25% der Kinder lesen nicht deswegen unzureichend, weil es keine schönen Bücher für sie gibt, sondern weil sie auf der hierarchieniedrigsten Lesestufe eine mangelhafte Lesekompetenz haben (Vgl. Bundesministerium für Bildung und Forschung 2023). Das Lesen kann und wird ihnen kein Vergnügen bereiten, weil die Belohnung für die mühsame „Lesearbeit“ ausbleibt. Aber nicht nur diese Kinder müssen besser gefördert werden. Die basalen Lesefähigkeiten müssen während der gesamten Grundschulzeit trainiert werden, denn die geforderte „sinnentnehmende Lesekompetenz“ am Ende der 4. Klasse erfordert mehr als das technische Lesekönnen.

Hier sehe ich – nach wie vor – das große Aufgabengebiet der Schulbuchverlage, den Lehrkräften in zeitgemäßen Formaten inhaltlich und methodisch geeignetes Unterrichtsmaterial zur Verfügung zu stellen, um Leseklippen rechtzeitig zu diagnostizieren und zu überwinden, damit alle Kinder Freude am Lesen entwickeln können.

 

Buch Betont gut lesen

 

2. Welche Tipps können Sie Lehrkräften geben, um in der Grundschule das sinnentnehmende Lesen mit den Schülerinnen und Schülern nachhaltig zu trainieren?

Helmut Dahmer: In der Rolle der Deutsch-Assistenten sind die wenigsten Lesepatinnen und Lesepaten in der Lage, den Berufs- und Fachprofis gute Ratschläge für ihren Unterricht zu geben. Die meisten Lesepatinnen und -paten – geschätzt 80–90% – kommen aus Berufen, aus denen sie kaum praktische Erfahrungen in den Deutsch- bzw. Leseunterricht einbringen können. Die Leseerfahrungen der Lesepatinnen und Lesepaten mit Kindern stammen vorwiegend aus der Vorlesepraxis in der eigenen Familie.

In der Regel finden in allen Klassenstufen Erfahrungsgespräche über die eingesetzten Materialien statt. Es werden nützliche Tipps und Ratschläge ausgetauscht, wie man die Kinder noch intensiver erreichen kann. Es gibt sicher einige Lehrerinnen und Lehrer mit Grundschulerfahrung im Fach Deutsch, die Lesepatinnen und Lesepaten werden und als solche den hauptamtlich Unterrichtenden professionelle Tipps geben können, wie das „sinnentnehmende Lesen“ nachhaltig trainiert werden kann.

 

3. Warum liegt Ihnen persönlich Leseförderung so sehr am Herzen?

Helmut Dahmer: Die Fähigkeit, lesen zu können, wird zu Recht als die Schlüsselkompetenz bezeichnet. Sie entscheidet maßgeblich über Schulerfahrung und Schulerfolg der jungen Menschen sowie über ihre spätere gesellschaftliche Teilhabe und Orientierung und wirkt weit in ihr zukünftiges Privatleben hinein.

Es ist mir ein Gräuel, dass jedes Jahr fast 50.000 15-jährige Jugendliche die Schule ohne Abschluss verlassen (Vgl. BertelsmannStiftung 2023). Unzureichende Deutschkenntnisse sind eine maßgebliche Ursache dafür. Diese sprachbegrenzten Jugendlichen sind potenzielle Opfer derer, die mit einfachen Schwarz-weiß-Thesen auf die Straße gehen, in Organisationen und Parteien unterwegs sind, die wissen, „wo es langgeht“.

Es muss deshalb viel mehr für die Leseförderung getan werden, damit Kinder nicht schon in der Grundschule mit allen weiteren Folgen abgehängt werden.

Am Herzen liegt mir auch der Umgang mit den Kindern. Mir macht es einfach Freude zu sehen, wie sie auf Lesehilfen ansprechen und Lesehemmungen überwinden, weil sie ihren eigenen Fortschritt erleben können.

Ob im Einzelunterricht oder in der kleinen Gruppe, einige Kinder können sich durch die Möglichkeit der individuellen Zuwendung emotional öffnen und sprachliche und entwicklungsmäßige Fortschritte machen, die im Klassenverband für sie kaum erreichbar sind. Die Gespräche mit den Lehrerinnen und Lehrern bestätigen das.

 

Kinder lesen Buecher

 

4. Wie bereichern Lesepatinnen und Lesepaten den Leselernprozess von Kindern?

Helmut Dahmer: Die wichtigste Voraussetzung dafür, die Kinder zu erreichen, ist die Schaffung eines echten Vertrauensverhältnisses. Es ist der door opener zu den Kindern, der für ihre Bereitschaft unverzichtbar ist, den Förderunterricht anzunehmen. Nur so können Lese- und Lernhemmungen abgebaut werden, die dem Schulerfolg fächerübergreifend im Wege stehen.

Wo diese Voraussetzung gegeben ist, können Lesepatinnen und Lesepaten den Leselernprozess der Kinder entscheidend fördern. Insbesondere die Erfahrung der leseschwächeren Kinder, mit kleinteiligen Leseschritten Leseerfolge erzielen zu können, baut ihre bestehende Angst vor dem Schwarzgedruckten nach und nach ab. Lesehemmungen werden entknotet, die Bereitschaft zum übenden Lesen erhöht.

In der 3. + 4. Klasse wählen Lesepatinnen und Lesepaten die Lesetexte häufig selbst aus und bringen Bücher mit. Lesemotivierend ist es ebenfalls, wenn die Kinder eigene Bücher mitbringen, die sie gelesen haben und zum Lesen empfehlen. So wird in mancher Übungsstunde – je nach Interesse der Kinder – gar nicht gelesen; stattdessen findet ein „Literatur-Gespräch“ statt. So wird der Weg zur eigenen Lesebiographie der Kinder mit kleinen Bausteinen gepflastert.

Besonders wichtig ist auch die Lesevorbildfunktion der Lesepatinnen und -paten. Ein überzeugendes Lesevorbild spornt die Kinder an, es in ihrem eigenen Lesevorgang wie ein Echo nachwirken zu lassen und an ihrem klangvolleren Lesen Freude zu haben. Nichts fördert den Leselernprozess mehr als diese für die Kinder unmittelbar spürbaren Erfolge.

 

Buch Lesefoerderung

 

5. Sie sind selbst ein sehr aktiver Lesepate. Welche Erfahrungen haben sie mit dem Engagement von Lesepatinnen und Lesepaten in der Schule gemacht?

Helmut Dahmer: In Flensburg und Umgebung gibt es gut 100 Lesepatinnen und Lesepaten, die sich an 20 Grundschulen vorbildlich für ihre Lesekinder engagieren.

Auf unseren Feedback- und Fortbildungsseminaren berichten alle Lesepatinnen und Lesepaten begeistert von ihren Unterrichtserfahrungen, wie wichtig die Leseförderung ist, wie sehr die Kinder die individuelle Zuwendung brauchen und genießen und sie selbst von den Kindern herzliche und dankbare Rückmeldungen erhalten.

Deutschlehrerinnen und -lehrer haben längst registriert, dass im Lesepatinnen/Lesepaten-Unterricht etwas stattfinden kann, was in einer Klasse mit 20 oder mehr Kindern kaum möglich ist. Es überrascht nicht, dass immer mehr Lesepatinnen und Lesepaten „angefordert“ werden.

Ich bin seit 2009 als Lesepate tätig und habe meine Erfahrungen inzwischen in zwei Lesetrainingsbüchern (AOL-Verlag/scolix) zusammengetragen. Durch Seminar-Vorträge versuche ich, zur Fortbildung der Lesepatinnen und Lesepaten beizutragen.

Die vielen positiven Rückmeldungen bestätigen mich, diese Arbeit mit neuen Projekten weiterhin zu unterstützen.

 

Helmut Dahmer

war 35 Jahre lang als Lehrer tätig und ist seit 10 Jahren Lesepate des Fördervereins der Stadtbibliothek Flensburg in 2., 3. und 4. Klassen.

Literatur:

BertelsmannStiftung (2023): Anteil der Jugendlichen ohne Schulabschluss seit zehn Jahren auf hohem Niveau, Klaus Klemm (Hrsg.), (Zugriff am 23.11.2023).

Bundesministerium für Bildung und Forschung (2023): IGLU - Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung, (Zugriff am 23.11.2023).

 

 

Leseförderung im Englischunterricht

von Frauke Markmann und Marcus Brüggemann

English

Leseprobleme machen sich nicht nur im Deutschunterricht bemerkbar, sondern auch im Englischunterricht. Unser scolix-Autorenduo erklärt, wie du betroffene Schülerinnen und Schüler unterstützen kannst.

Inzwischen gibt es zwar zu vielen Lehrwerken inhaltlich gut abgestimmte Materialien für den inklusiven Unterricht. Doch die Lernenden bringen eine Vielzahl unterschiedlicher Voraussetzungen mit und ein Workbook für alle Schülerinnen und Schüler im inklusiven Lernen kann diesen nicht gerecht werden. Zu bedenken ist außerdem, dass diese Unterschiede mit zunehmenden Lernjahren eher weiter auseinandergehen als sich aneinander anzunähern.

Leitlinie für schwach Lernende

Halte dich im Englischunterricht für schwach Lernende an die Leitlinien des Englischunterrichts in der Grundschule:

  • Rezeption vor Produktion
  • Sprechen vor Schreiben
  • Kommunikation vor reflexivem Sprachbewusstsein

Versuche nach Möglichkeit, dass schwächere Lernende am selben Thema arbeiten können wie die Mitschülerinnen und Mitschüler.

Aber wodurch zeichnen sich gute Fördermaterialien noch aus?

Deutsche Arbeitsanweisungen und Erklärungen

Eine englische Arbeitsanweisung stellt jedes Mal eine doppelte Aufgabe an die Schülerinnen und Schüler: Sie sollen nicht nur eine spezifische Aufgabe lösen, sie sollen auch die Anleitung dazu auf Englisch verstehen. Wir raten dir daher, ausschließlich deutsche Arbeitsanweisungen zu verwenden.

Grundsätzlich soll es den Schülerinnen und Schülern möglich sein, die Arbeitsblätter weitgehend selbstständig zu erarbeiten. Das heißt, dass sie die Arbeitsanweisungen möglichst auch ohne die Hilfen, die wir ihnen als Lehrkräfte durch Mimik, Gestik, Betonung oder Vormachen normalerweise geben, verstehen sollten. Trotzdem wird es oft nötig sein, den Lernenden die Aufgabe kurz mündlich zu erklären, da manche auch im Deutschen Schwierigkeiten haben, Arbeitsanweisungen ausschließlich lesend zu verstehen.

Buch Easy Leseverstaendnis und Wortschatztraining


Klare Bilder und eine große Schrift

Zahlreiche Lehrkräfte wählen gerne optisch ansprechende Arbeitsblätter mit vielen Details. Zu viele Details lenken Lernende mit Lern- und häufig auch Wahrnehmungsproblemen aber ab. Sie haben Schwierigkeiten, sich auf dem Arbeitsblatt zu orientieren. Halte die Bilder darum lieber einfach.

Eine größere Schrift fördert das Verständnis, auch wenn die Sehkraft der Lernenden vollkommen in Ordnung ist. Dies geschieht schon allein dadurch, dass sich in ihrem Blickfeld weniger Wörter und Buchstaben befinden. Notfalls können weitere Aufgaben auch abgedeckt oder Blätter umgeknickt werden, um die Konzentration auf die jeweilige Aufgabe zu erhöhen.

Schwimmbad


Lernen durch Abschreiben, Malen und Wiederholen

Schülerinnen und Schüler mit Lernschwierigkeiten können sich sprachliche Strukturen vor allem durch Wiederholen, Abschreiben und dem Angebot von wiederkehrenden „chunks of language“ einprägen. Indem sie malen oder Bilder ausschneiden und zuordnen, verlängert sich die Zeit, die sie mit dem Inhalt verbringen. Zudem verbinden sie ihn so mit einer praktischen Handlung, sodass Inhalte eher erinnert werden. Plane ausreichend Zeit für das Ausschneiden ein, denn Schülerinnen und Schüler mit Lernschwierigkeiten haben oft auch Probleme mit der Feinmotorik.

Lernen auf spielerische Art und Weise

Biete Aufgaben, mit denen die Lernenden das Leseverständnis spielerisch einüben können. Neben vielen Rätseln wie Logicals, Suchseln oder Sudokus eignen sich auch Bingos, die man zu zweit spielen kann. Zur Umsetzung benötigen die Schülerinnen und Schüler dann nur einen Würfel und/oder eine Spielfigur. Letzteres kann auch eine Stiftkappe oder eine Büroklammer oder Ähnliches sein.

scavenger hunt


Bingo


Verständlichkeit vor sprachlicher Eleganz

Überlege, welche Kompetenzen deine Schülerinnen und Schüler realistischerweise erreichen können. Sollen sie sich verständlich machen oder sollen sie gewandte Konversationen mit Native Speakern halten können? Zugunsten einer besseren Verständlichkeit kann es sich anbieten, manchmal Ausdrücke zu wählen, die weniger „elegant“ klingen oder die ein Native Speaker so nie benutzen würde. Verwende zwecks besserer Verständlichkeit in den Texten und Aufgaben ruhig immer wieder gleichlautende Formulierungen und keine abwechslungsreiche oder vielfältige Wortwahl.

Emotionen

 

Amerikanisches Englisch vor britischem Englisch

Amerikanische Wörter und Wendungen sind oft einfacher zu lernen und zu behalten. Nutze also „cookies“ und nicht „biscuits“ für Plätzchen, „chips“ und nicht „crisps“ für Chips und verzichte ruhig auf die Wendung „have got“. Warum? Weil amerikanisches Englisch in unserer Alltagssprache viel gegenwärtiger ist als britisches Englisch.

Natürlich gibt es auch Ausnahmen, wie z. B. „football“ oder „mobile“. Diese sind für die Schülerinnen und Schüler leichter zu merken als das amerikanische „soccer“ oder „cell phone“. Also: Wähle immer das einfachere Wort; im Zweifelsfall werden das Native Speaker auch verstehen.

Reduzierter Wortschatz

Schülerinnen und Schüler mit Lernschwierigkeiten haben häufig besondere Probleme mit der Gedächtnisleistung und gelerntes Vokabular gelangt nicht ins Langzeitgedächtnis. Dabei ist natürlich, wie bei allen Lernenden, der passive Wortschatz deutlich größer als der aktive Wortschatz. Als Gedächtnisstütze für weniger bekannte Wörter dienen leicht erkennbare Piktogramme. Sprachliche Strukturen können sich lernschwache Schülerinnen und Schüler vor allem durch Wiederholen, Abschreiben und dem Angebot von wiederkehrenden „chunks of language“ einprägen.

Ordering pizza Dialog

 

Die Autorin und der Autor

Frauke Markmann

ist Lehrerin für Deutsch und Englisch und hat bisher an sehr unterschiedlichen Schulformen (vom Gymnasium bis zur Förderschule) Lehrerfahrungen sammeln dürfen. Sie lebt mit ihrer Familie im Ruhrgebiet und unterrichtet dort an einer Realschule.

Marcus Brüggemann

hat seine Freude am Unterrichten erst spät im Leben entdeckt. In seinem ersten Beruf als IT-Projektmanager hat er viel Erfahrung damit gesammelt, komplexe Projekte auf kleine, überschaubare Schritte herunterzubrechen. Seit einigen Jahren unterrichtet er nun schon Englisch in der Mittelstufe und im Förderbereich einer Waldorfschule im Ruhrgebiet.

 

TIPP der scolix-Redaktion

Leseförderung ist auch im Matheunterricht möglich, zum Beispiel mit Rechenspurgeschichten, mit denen die Kinder Textaufgaben in Wimmelbildern entdecken und lösen.

Rechenspurgeschichten

 

Unsere Tipps zum Weiterlesen:

Signalgruppentraining   Unterrichtsvorbereitung   Fakten über LRS


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